Dr. Pedro Salvà Palomeque, medizinischer Koordinator von Oftalmedic Salvà, erklärt, wann eine Kataraktoperation durchgeführt werden sollte und welcher Zeitpunkt dafür am besten geeignet ist.
Der Graue Star (Katarakt) ist weltweit eine der häufigsten Ursachen für Sehverlust, zugleich aber auch eine der Augenerkrankungen mit den besten Behandlungsergebnissen. Doch wann ist der beste Zeitpunkt für eine Operation?
Dr. Pedro Salvà Palomeque, medizinischer Koordinator von Oftalmedic Salvà und Spezialist für Kataraktbehandlungen, erklärt, worum es sich bei dieser Erkrankung handelt und wann eine Operation am sinnvollsten ist.
Was ist eine Katarakt?
Die Katarakt ist die Eintrübung der Augenlinse, der natürlichen Linse des Auges, die uns das scharfe Sehen ermöglicht. Mit der Zeit wird diese Linse trüb, als würde man durch eine beschlagene Glasscheibe schauen, was zu einer zunehmend verschwommenen Sicht führt.
Es handelt sich in der Regel um einen altersbedingten Prozess, kann jedoch auch früher auftreten, etwa durch Diabetes, Verletzungen oder die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente.
Symptome: mehr als nur verschwommenes Sehen
In frühen Stadien bleibt die Katarakt oft unbemerkt. Mit fortschreitender Erkrankung treten jedoch typische Symptome auf:
- Verschwommenes oder getrübtes Sehen.
- Verminderte Farbwahrnehmung.
- Blendempfindlichkeit, besonders beim Autofahren in der Nacht.
- Schwierigkeiten bei schlechten Lichtverhältnissen.
- Häufige Änderungen der Brillenstärke.
„Der Patient bemerkt nicht immer einen plötzlichen Sehverlust, sondern vielmehr eine schleichende Verschlechterung der Sehqualität“, erklärt Dr. Pedro Salvà Palomeque. „Oft stört weniger die Sehschärfe als vielmehr die Art und Weise des Sehens.“
Die große Veränderung: Man muss nicht mehr „warten, bis sie reif ist“
Wann sollte man eine Katarakt operieren? Viele Jahre lang galt die Annahme, man müsse warten, bis die Katarakt weit fortgeschritten ist. Heute hat sich dieses Konzept vollständig geändert: „Die moderne Chirurgie ist sicher, präzise und schnell, daher gibt es keinen Grund mehr, mit einer Operation zu warten, bis man schlecht sieht“, sagt Dr. Pedro Salvà.
Tatsächlich kann ein zu langes Zuwarten den Eingriff erschweren und die Erholung verlängern.
Also… wann ist der richtige Zeitpunkt?
Es gibt keinen festen Wert oder eine konkrete Dioptrienzahl, die den Zeitpunkt einer Operation bestimmt. Entscheidend ist, wie stark die Katarakt den Alltag des Patienten beeinträchtigt. Laut Dr. Pedro Salvà gibt es drei klare Anzeichen:
1. Wenn das Sehen den Alltag einschränkt.
Wenn Autofahren, Lesen, Arbeiten am Bildschirm oder das Erkennen von Gesichtern schwierig wird, sollte eine Operation in Betracht gezogen werden.
2. Wenn Brillen nicht mehr helfen.
Wenn sich die Sehstärke häufig ändert und trotzdem keine klare Sicht erreicht wird, ist die Katarakt wahrscheinlich die Ursache.
3. Wenn die Lebensqualität leidet.
„Wir behandeln keine Zahlen, wir behandeln Menschen: Wenn der Patient das Gefühl hat, nicht mehr so zu sehen wie früher, ist das das wichtigste Signal“, betont der Spezialist.
Experten sind sich einig, dass die Entscheidung weniger vom Grad der Linsentrübung als vielmehr von den tatsächlichen Auswirkungen im Alltag abhängt.
Worin besteht die Behandlung?
Die Operation ist die einzige wirksame Behandlung zur Entfernung einer Katarakt. Dabei wird die getrübte Linse durch eine künstliche Intraokularlinse ersetzt.
Der Eingriff ist:
- ambulant.
- schmerzfrei.
- mit schneller Erholung.
„Heute können wir neben der Entfernung der Katarakt auch andere Sehfehler wie Kurzsichtigkeit, Astigmatismus oder Alterssichtigkeit in derselben Operation korrigieren“, ergänzt Dr. Pedro Salvà.
Eine klare Botschaft: nicht warten, bis man schlecht sieht
Der wichtigste Wandel im heutigen Verständnis ist klar: Die Kataraktoperation ist keine „letzte Option“ mehr.
„Der richtige Zeitpunkt für eine Operation ist dann, wenn die Katarakt die Lebensqualität beeinträchtigt. Eine rechtzeitige Operation verbessert nicht nur das Sehen, sondern auch den gesamten Alltag“, schließt Dr. Pedro Salvà.






